Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland jedes Jahr verkauft. Die meisten stehen ca. drei Wochen im Wohnzimmer und landen danach im Biomüll oder müssen zu Sammelstellen oder einem Wertstoffhof gebracht werden. Wer nach einer Alternative zum Weihnachtsbaum sucht, findet inzwischen mehrere, mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen.
Wir bauen selbst Weihnachtsbäume aus Holz, das sollte man beim Lesen wissen. Trotzdem geht es hier nicht darum, eine Option schlechtzureden, sondern die Unterschiede sichtbar zu machen.
Was in der konventionellen Tanne steckt
Der BUND lässt regelmäßig Weihnachtsbäume auf Pestizidrückstände untersuchen. Beim Test 2023 waren 14 von 19 gekauften Bäumen belastet, insgesamt fanden sich 15 verschiedene Wirkstoffe. So werden beim Anbau von Weihnachtsbäumen auf Plantagen in großem Umfang Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt. Bei vier Nordmanntannen fanden sich sogar Mittel, die für den Weihnachtsbaumanbau gar nicht zugelassen sind.
Das ist eine Stichprobe, keine repräsentative Erhebung. 19 Bäume sind wenig. Als Hinweis darauf, wie im Plantagenanbau gearbeitet wird, taugt sie trotzdem.
Der zweite Punkt betrifft die Fläche. Weihnachtsbäume wachsen überwiegend auf Plantagen, nicht im Wald. Über 90 Prozent stammen aus Deutschland, rund 80 Prozent davon sind Nordmanntannen. Acht bis zwölf Jahre Wachstum für drei Wochen Wohnzimmer.
Die CO₂-Zahlen, soweit sie belastbar sind
Die meistzitierte Rechnung stammt vom britischen Carbon Trust und bezieht sich auf einen Zwei-Meter-Baum:
| Variante | CO₂-Äquivalent |
|---|---|
| Echter Baum, fachgerecht entsorgt (gehäckselt, verbrannt) | 3,5 kg |
| Echter Baum, auf der Deponie | 16 kg |
| Kunststoffbaum | 40 kg |
Der große Unterschied beim echten Baum liegt also nicht im Anbau, sondern in der Entsorgung: Auf der Deponie zersetzt er sich unter Luftabschluss und setzt dabei Methan frei. Wer seinen Baum zur kommunalen Sammlung für die Müllverbrennung gibt, drückt die Bilanz erheblich.
Beim Kunststoffbaum entstehen die 40 Kilo einmalig bei der Herstellung. Nach Rechnung des Carbon Trust muss er deshalb rund zehn Jahre in Gebrauch bleiben, bevor er gegenüber dem echten Baum aufholt.
Die Alternativen zum Weihnachtsbaum im Einzelnen
Bio-Weihnachtsbaum
Angebaut nach den Richtlinien von Naturland oder Bioland, teilweise FSC-zertifiziert, ohne die oben genannten Mittel. Kostet mehr, muss aber trotzdem jedes Jahr neu gekauft und entsorgt werden. Wer beim echten Baum bleiben will, fährt damit deutlich besser.
Baum im Topf
Bleibt am Leben und kann nach den Feiertagen in den Garten. Der Haken: Nicht jeder Baum übersteht den Wechsel zwischen Wohnzimmerwärme und Winterkälte, und der Wurzelballen muss intakt sein. Ohne Garten oder kühlen Balkon fällt die Option weg. In einigen Regionen lassen sich Topfbäume auch mieten.
Kunststoffbaum
Löst das Nadelproblem und hält lange. Dafür besteht er aus PVC und Metall, und die Herstellung schlägt mit den erwähnten 40 Kilo CO2-Äquivalent zu Buche. Wenn schon einer im Keller steht, ist Weiternutzen die sinnvollste Entscheidung. Der Umweltbelastung ist bereits entstanden, jedes weitere Jahr verbessert die Rechnung.
Baum aus Holz oder Metall

Wird einmal gefertigt und jedes Jahr wieder aufgestellt. Kein Anbau, kein jährlicher Transport, keine Entsorgung. Der im Holz gebundene Kohlenstoff bleibt gebunden, solange der Baum in Gebrauch ist. Dagegen stehen höhere Anschaffungskosten und der fehlende Duft. Wie sich das konkret gegen die Tanne rechnet, haben wir hier durchgerechnet.
Selbst gebaut
Aus Altholz, Leitern, Paletten oder Büchern. Kostet häufig wenig oder fast nichts außer Zeit und sieht in keinem zweiten Wohnzimmer gleich aus. Braucht allerdings Lust am Basteln und ein gewisses Geschick.
Gar kein Baum
Die Variante mit dem kleinsten Fußabdruck. Für viele Haushalte fällt damit allerdings genau das weg, was Weihnachten ausmacht. Das sollte man abwägen statt wegzureden.
Welche Alternative passt zu wem?
Es gibt keine Variante, die in jeder Hinsicht gewinnt. Wer Duft und Tradition will, nimmt eine Tanne, am besten regional gekauft, ohne Extrafahrt und richtig entsorgt. Wer einen Garten hat und Gärtnern mag, probiert den Topfbaum. Wer das jährliche Prozedere satt hat und Wert auf Ordnung legt, landet bei einer Mehrweg-Lösung.
Was in fast jedem Fall gilt: Die Entscheidung, die du triffst, sollte lange halten. Der größte Hebel liegt nicht in der Wahl des Materials, sondern in der Nutzungsdauer.
Unsere Bäume aus Holz sind für die Nutzung über etliche Jahre ausgelegt. Du findest verschiedene Varianten in der Weihnachtskollektion. Wenn du wissen willst, welche Größe passt, hilft der Größen-Guide auf der Produktseite.
Quellen: BUND-Weihnachtsbaumtest 2023 · Carbon Trust · Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger · Statistisches Bundesamt
Dieser Beitrag gehört zu unserer Reihe rund um Weihnachtsdeko aus Holz. Baumkrone ist eine Holzmanufaktur aus Nieder-Olm in Rheinhessen.




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